Wien
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Samstag, 3. Oktober 2015

Das FINALE: Naschmarkt, Shopping und Kultur // Wiener Woche

Unglaublich, heute beenden wir bereits meine Wiener Woche hier auf dem Blog. Ein paar Tipps und Infos über den Naschmarkt, Einkaufsmöglichkeiten und klar auch Kultur hab ich heute noch für Euch. So ein bisschen Touriprogramm darf es bei mir dann auch schon sein. Kommt Ihr mit? 


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Naschmarkt 
In meiner Vorbereitung für Wien hatte ich einiges gelesen und hab fast den Eindruck bekommen, das es sich nicht lohnt über den Naschmarkt zu bummeln. Mensch, bin ich froh das ich mich anders entschieden hab. Trotz Baustelle hat es uns da so gut gefallen. Wir haben da eingekauft, zu Mittag gegessen, Eis probiert und den Flohmarkt besucht.  Weit über 120 Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürze, Tees, Milchprodukte, Backwaren, Schokolade, etc. aus vielen internationale Länder warten auf die Besucher. Bereits morgens ab 06:00 Uhr kann man den Naschmarkt genießen und bis zur Abendstunde um 19:30 Uhr dort verweilen. Seit etwa dem Jahr 2000 sind viele gastronomische Betriebe dazu gekommen und die Auswahl ist weit gefächert. So findet man Fischlokale, vegane und vegetarische Restaurants, asiatische und türkische Küche und vieles mehr. Zur Mittagszeit mischt sich das Publikum mit Geschäftsleuten, Einheimischen und Touristen, die in einem der Lokale ein vergünstigtes Mittagessen zu sich nehmen wollen. Zusätzlich findet jeden Samstag neben dem Naschmarkt ein Flohmarkt statt. Ein kleiner Tipp: schaut Euch auch mal in den Straßen neben dem Naschmarkt um, da gib es einiges zu entdecken.

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Shopping
Unser Hauptaugenmerk lag nicht im einkaufen. Daher kann ich Euch nur ein paar Empfehlungen geben.
  • Kinderladen „Der kleine Salon - ein kleiner aber sehr feiner Concept Store. Gefühlt waren wir Stunden in diesem Laden, so viele hübsche Dinge, ob nun für Neugeborenen oder für kleine Teenies, gibt es da zu schauen.
  • Saint Charles Cosmothecary – aufmerksam wurde ich durch das Schaufenster. Sie ist die Schwester von Saint Charles Apotheke, die gegenüber liegt. Hier findet ihr eine große Palette an Naturkosmetik. Übrigens gibt es auch noch das Saint Charles Alimentary. Dort bekommt ihr von Dienstag bis Freitag Mittag natürlich gekocht
  • Die vermischte Warenhandlung - Soll ich darüber noch schreiben? Die meisten Wienbesucher kennen diesen kleinen Laden im Innenhof. Hier gibt es einfach alles was schön ist.
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Kultur 
Sich wie ein Tourist zu fühlen, brauche ich bei Städtereisen nicht unbedingt. So eine gesunde Mischung aus allen ist für mich in Ordnung. Doch jetzt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hechten, kann ich nicht wirklich leiden. Gerne lasse ich mich eher treiben.  Ein paar Sachen haben wir uns dennoch angeschaut: 
  • Spanische Reitschule - Will man nicht ein kleines Vermögen in die Eintrittskarte der Abendvorstellung ausgeben, so lohnt sich auf jedenfall ein Besuch der Morgenarbeit mit eventuellem Stallbesuch. 
  • Stephansdom - Das Wahrzeichen von Wien, liebevoll auch „ihren Steffl“ genannt, wird von den Wiener und Wienerinnen regelmäßig besucht. Die Touristen, also wir, sind beeindruckt über den Baustil, Feinheiten und seine Größe.
  • Schloss Schönbrunn - Um hier nicht in den großen Massen der vorfahrenden Busse unterzugehen, rate ich Euch, die Eintrittskarten vorher online zu erwerben. Es gibt verschiedene Touren, die man buchen kann. Es ist eine Leichtigkeit im Anwesen den ganzen Tag zu verbringen. Reist Ihr mit Kinder so kann ich Euch den Irrgarten sehr empfehlen.
  • NUMOK - Das Museum Moderner Kunst findet man im Museumsquartier. Der Vorplatz lädt in der Mittagssonne zum Verweilen ein. Das Museum selber ist von außen ein auffallendes Gebäude. Wir haben die Ausstellung „Ludwig goes Pop“ angeschaut. Es wurden über 100 Pop Art Werke der Sammlung von dem Industriellenpaar Peter und Irene Ludwig gezeigt. Eine Ausstellung, welche man prima auch mit Kinder besuchen kann. 
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Mobil unterwegs waren wir in Wien mit den öffentlichen Verkehrsmittel, aber auch mit Fahrräder. Die Anmeldung für die Citybikes ist nur mit einer Kreditkarte pro Person/Rad möglich. Nach erfolgreicher Anmeldung kann man an über 120 Stationen Fahrräder ausleihen, dabei ist die 1. Stunde immer gratis und ab der 2. Stunde wird je Stunde 1.- € fällig.
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Letzter Tipp:

Bei einer Radtour durch Wien sind wir auf das Badeschiff am Donaukanal gestoßen.  Es befindet sich dort ein Restaurant, eine Kegelbahn, kleine Mini-Lofts für 4 Personen als Day-Bed, ein Sonnendeck und klar ein Pool. Eine tolle Lokation im Sommer. 


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Wir sind am Ende unserer Reise angekommen. Ich hoffe es hat Euch in Wien gefallen und Ihr bekommt nun große Lust diese zauberhafte Stadt zu besuchen.


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+++INFO+++ Hier findet Ihr alle Beiträge zu Wien: 

Kulinarisch unterwegs in Wien
Wiener Sinnestour
Der Essigpapst Erwin Gegenbauer auf neue Wege
Mitleben erwünscht in den WIENER GÄSTE ZIMMER

Bis bald!


Freitag, 2. Oktober 2015

Mitleben erwünscht in den WIENER GÄSTE ZIMMER // Wiener Woche

Über die Person Erwin Gegenbauer und sein Essig habe ich Euch gestern schon berichtet. Heute zeige ich Euch sein neuestes Projekt.

Bei unserem Rundgang durch die Essigbrauerei gelangten wir in den ersten Stock. Dort baute Erwin Gegenbauer fünf ehemalige Zimmer-Kuchl-Kabinett Wohnungen zu WIENER GÄSTE ZIMMERN um. Beim Umbau wurden die Zimmer ausgehöhlt und Ziegelwände, Dippelbaumdecken und Stahlträger frei gelegt. Die Geschichte des Hauses zeigt sich nun an den roten Ziegelwänden.

Erwin Gegenbauer, Essig, Öl, Übernachtung, Wien, Österreich, Urban

An Material findet man hier hauptsächlich Holz, und zwar das Staffelholz, welches schon im Verkaufsladen zu finden ist, Metall und Stein. Manch einer würde meinen direkt auf einer Baustelle sich wieder zu finden, aber genau diese Rohheit und Rauheit ist gewollt. Es wird sich auf das Wesentliche konzentriert. Es gibt ein Bett aus Staffelholz mit vielen Ablageflächen, Schreibtisch und die Möglichkeit für eine Kindermatratze, einen offenen "Schrank" und ein Bad. Inspiriert von seinen asiatischen Reisen, findet man die typischen Toiletten im Bad vor. Sicherlich wundern sich die Gäste über den fehlenden Abfluss im Waschbecken. Doch dies ist ebenfalls bewusst so gebaut worden. Erwin Gegenbauer will seine Gäste sensibilisieren und veranschaulichen wie viel Wasser "verschwendet" wird.

Erwin Gegenbauer, Essig, Öl, Übernachtung, Wien, Österreich, Urban Erwin Gegenbauer, Essig, Öl, Übernachtung, Wien, Österreich, Urban

Vergeblich sucht man hier nach einem Fernseher. Bringt man es auf den Punkt, so sind "normale" Hotelgäste bei Erwin Gegenbauer nicht so erwünscht. Er begrüsst gerne Genussmenschen, die morgens ihr Frühstücksei selber aus dem Hühnerstall holen, gemeinsam über den Markt schlendern, Obst aus den Garten pflücken, für das Abendessen den Salat aus seinem Urban Garden aus alten Kunststofffässer holen und zusammen in der Betriebsküche wie bei Oma kochen. Auf Schnick Schnack darf gerne verzichtet werden. Miteinander leben auch im Urlaub wird hier sehr begrüsst.

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Für seine Gäste hat Gegenbauer seine private Schwimmhalle mit Sauna geöffnet. Moderne siebziger Jahre erwarten hier die Gäste und wie schon in den Zimmern, findet man hier auch Rohmaterial. Die Wände sind teilweise von der Tapete befreit worden und zeigen so manche Markierungen.

Wenn man sich auf runter hängende Steckdosen, frei laufende Wasserleitungen und den urbanen Stil einlassen kann, erlebt Ihr hier sicherlich unvergessliche und einzigartige Momente. Gebucht werden kann unter rooms@gegenbauer.at 

+++INFO+++ Das grosse Finale mit Naschmarkt, Einkaufen und Kultur gibt es hier morgen. 

Bis bald!


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Der Essigpapst Erwin Gegenbauer auf neue Wege // Wiener Woche

Angekommen, wir stehen vor einem unscheinbaren Familienhaus in Wien. Ungläubig schauen wir uns an und haben Zweifel hier richtig zu sein. Bis wir eine neue Glasfront mit einer Eingangstür entdecken. Die Handwerker haben gerade ihre Arbeiten abgeschlossen und im inneren wird kräftig gereinigt und eingeräumt. Noch ist nicht alles fertig, jedoch soll es ja auch ein Softopening geben. Ich stehe kaum ein paar Sekunden im Laden und fühle mich sofort wohl. Ich kann es kaum erwarten alles zu entdecken und hatte zu diesem Zeitpunkt keinen blassen Schimmer wie viel es sein wird. 

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Wir schauen uns im Laden um, die Regale sind aus Staffelholz gebaut worden. Hier wird zukünftig das umfassende Sortiment optisch für die Kunden zu sehen sein. Gleich vorne entsteht ein Schreibtisch und zugleich Empfang für zwei Mitarbeiter. Rechts lädt ein grosser Holztisch zum Verweilen ein. Ich bin mir sicher, dass hier nicht nur Geschäfte gemacht werden, sondern gemeinsam gegessen und gefeiert wird. Angrenzend steht eine offene Betriebsküche zur Verfügung. 


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Wir haben einen Termin beim österreichischen Essig- und Bierbauer, Kaffeeröster, Saftproduzent und Ölmüller, besser bekannt als der "Wiener Essigpapst". Sogar Wikipedia hat ihn gelistet. Er selbst tituliert sich als kleinster Essigbauer der Welt. Eigentlich hätte ich ihn nach der Definition von klein fragen sollen. Egal, gemeint ist Erwin Gegenbauer.

Kurz zur Familiengeschichte: Sein Großvater Ignaz Gegenbauer gründete 1929 eine Konservenfabrik. Das Hauptgeschäft war Sauerkraut, Essiggurken und etwas später das Sauergemüse. Im Jahr 1968 hatten die Eltern die 1. vollautomatische Abfüllanlage in Österreich. Gegenbauer übernahm den Betrieb in 3. Generation im Jahr 1992. Den täglichen Preiskampf mit den Grossproduzenten und die verlorene Lebensqualität brachte ihn dazu die Fabrik zu verkaufen. Wie so oft der Zufall im Leben eine Rolle spielt, so führte eine stehengebliebene offene Weinflasche zu seiner neuen Idee.



Wir stehen mittlerweile im Innenhof. Uns steht ein 15 Tonnen schweres Essigfass mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Liter gegenüber. Jeder Essigbauer würde wahrscheinlich so ein Ungetüm entsorgen, nicht aber Gegenbauer. Er war genau auf der Suche nach so einem Buchenspanbildner, um Essig nach alter und längst unwirtschaftlich gewordener Methode herzustellen. Fündig geworden ist er bei der Firma Nagel in Gumpoldskirchen. Der Vorbesitzer wollte dieses Fass entsorgen und bot es nur zum Kauf an mit zwei neuwertigen Fässern. Da es nur im Set zu kaufen war, erwarb Gegenbauer es, behielt aber nur dieses über 80 Jahre alte Fass. Im Rundpumpverfahren werden die etwas günstigere Essige seines Sortiments produziert, da die Lagerzeit etwas verkürzt ist. Die restlichen Essige werden im Submersverfahren hergestellt. Seine Produkte sind naturbelassen und werden nicht pasteurisiert, gefiltert oder gar verdünnt.

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Gegenbauer bietet ein grosses Spektrum an Essige an, man findet bei ihm Balsam-, Bier/Malz-, Frucht-, edelsaure Trink-, Haus- und Weinessige. Wie wäre es z.B. mit Spargelessig, Feigenessig, Tomatenessig, Bouvier Trockenbeerenauslese, Grauburgunder Weissweinessig, etc. Zu seinen Kunden gehören u.a. Gourmet- und Delikatessenläden, wie auch die Köche aus der Sterneküche.

Wir stehen kurze Zeit später in einer seinen Hallen, fast unscheinbar steht dort eine Ölmühle und wir können zu schauen, wie gerade aus Sonnenblumenkernen Öl im gekühlten Pressverfahren gewonnen wird. Der Trester (Abfall) wird an die Hühner zum Futter gegeben. Wir erfahren, das für die Herstellung von 2l Himbeeröl ein Tag benötigt wird und die Entwicklung ganze 8 Jahre gedauert hat.

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Anschliessend schauen wir beim Abfüllen und Verpacken zu, erkunden die Lagerflächen im Keller und erfahren so ganz nebenbei von der eigenen Produktion der Fruchtsäfte und von der Kaffeerösterei.

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Bei einem Glas kräftigem Bier, welches im obergärigen Brauverfahren aus den Urgetreidesorten Emmer und Einkorn vom Gegenbauer selbst gebraut wird (wen sonst!) und im Weinglas serviert wird, erfahren wir noch einiges über sein neustes Projekt. Dazu aber morgen mehr.

Ein paar Tage später besuchten wir noch den Stand von Gegenbauer auf dem Naschmarkt, probierten vor Ort noch einige Öle und Essige und deckten uns mit ein paar Fläschchen ein. Für alle Zuhause gebliebenen bietet der Shop eine schöne Auswahl.

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+++INFO+++ Morgen erzähle ich von den neuen Plänen des Essigpapstes.

Bis bald!


Mittwoch, 30. September 2015

Geniessen bei der Wiener Sinnestour // Wiener Woche

Ich stand morgens mit meiner Familie in der Spanischen Reitschule, wir warteten auf den Einlass, und wie es Blogger so nun machen, nutze ich die Gelegenheit und checke kurz die Social Media Kanäle. Da entdecke ich einen Aufruf von Bianca. Sie sucht noch jemand für ihre Wiener Sinnestour und zwar an diesem Tag. Kurzes Briefing mit der Familie, ein paar Kurznachrichten mit Bianca und das ganze ist gebongt.

Bianca hab ich letztes Jahr in Berlin kennengelernt. Ich mag ihre ruhige Art und ihr unglaubliches Wissen. Bereits im letzen Jahr habe ich sie und Ihr tolles Buch Die geheime Schnatterei auf Reisen: Die besten Rezepte aus meinem kulinarischen Wanderjahr vorgestellt. Nun sollte es an diesem Nachmittag mit ihr auf Tour gehen und zwar in Wien. Gemeinsam mit Elisabeth Buchinger spaziert sie mit Einheimischen, sowie Touristen kulinarisch durch Wiener Märkte, um anhand von verschiedenen Verkostungen den Genuss in den Alltag zu holen. Dabei sind die Gruppen zwischen 6 und 15 Personen und die Dauer ist auf etwa 3 Stunden festgelegt. 


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Bianca bestellte mich ins El Café und dort wartete der Eigentümer und Diplom Kaffeesommelier Othmar Müller auf uns. Seit 2012 serviert die kleine Rösterei & Café eine erlesene Auswahl an frisch gerösteten und sortenreinen Arabica Kaffees aus der ganzen Welt. Sein Wissen, was er in seinen zahlreichen Lateinamerika-Reisen aufgebaut hat, mag er gerne seinen Gästen weitergeben und er rät uns, sich für einen Kaffee Zeit zu nehmen. Wer selbst nicht in ferne Länder reisen kann, findet bei ihm in der Auslage eigene Kaffeepflanzen. Nach einer Verkostung und Einkaufsmöglichkeit setzten wir gemeinsam unsere Tour fort.


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Wir kommen auf den Kutschkermarkt,  einer der letzten beiden Strassenmärkte in Wien, an. Für mich als Marktbesuchliebhaberin genau das Richtige.  Zum ersten Mal im Jahr 1885 erwähnt, präsentiert sich dieser Slowfood Markt heute täglich bunt gemischt. Genuss wird hier ganz gross geschrieben. Bianca konnte uns noch viel mehr erzählen und holte weit in die Marktgeschichte aus. 

Die 1. Station auf dem Markt war der Bio-Stadthofladen Froihof aus der Steiermarkt. Dieser Bergbauernhof ist ein gemischter Betrieb mit Milchviehhaltung, bestehend aus Schafen, Ziegen und Hühnern. Und dann gibt es noch den Krautanbau, der nicht als klassischer Gemüseanbau gesehen wird. Bei der Verarbeitung wird auf die Erhaltung des handwerklichen Herstellungsverfahrens, also den Arbeitsschritten und Hilfsmitteln, geachtet. So wird das Grubenkraut heute immer noch nach diesen historischen Vorgaben hergestellt: 

1. Per Hand geerntet, werden die ganzen und kleine Krautköpfe im großen Krautkessel blanchiert. 
2. Unter freiem Himmel tropfen sie anschliessend ab - früher nannte man es "bleichen" 
3. Anschließend legt man sie einzeln in Holzfässer, sogenannte Krautgruben oder auch umgangssprachlich "Ohla".
4. Das erste Grubenkraut kann nach einer Reifezeit von mindestens vier Monaten entnommen werden und hält sich bis zu 3 Jahren. Nun wird es geschnitten und zum Kauf angeboten. Auch ganze Blätter werden angeboten.   

Alles ist ohne Konservierungsmittel, Aromastoffe und Zusätze - einfach pures Kraut in Naturgärung. Probiert haben wir rohes (fermentiertes) Grubenkraut, mein persönlicher Favorit Grubenkraut mit Topfen und Chutney. 


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Ein paar Meter weiter machten wir es uns bei Irene Pöhl am Käsestand gemütlich. Über 30 Jahre steht Irene bereits auf dem Markt. Sie kennt Ihre Lieferanten genau und kann sehr viel über sie berichten. Nicht nur die Köstlichkeiten am Käsestand findet man hier, auch einige steirische Spezialitäten wie Vulcano Rohschinken, geräucherte Forelle und Saibling, Eierspeisen mit Kernöl oder Brot von Felzl. 


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Wir kamen in den Genuss von Schafsjoghurt, Schafskäse mit Minzgelee und Bergkäse mit Walnussbrot. 


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Für die letzte Station unserer Tour konnten wir sitzen bleiben, denn Suat Takan servierte uns seine Delikatessen, gebeizter Lachs und Ceviche, direkt am Platz. Leute ich hab noch nie so ein feines, leckeres, perfekt abgestimmtes Ceviche gegessen! Kennt Ihr Ceviche? Das ist kleingeschnittenes, roher Fisch bestehend aus verschiedenen Sorten, das etwa 15 Minuten in Limettensaft mariniert wird. Das Rezept hat seine Wurzeln in Peru und ist heute in Lateinamerika weit verbreitet. Ach ja, Takan's Delikatessen gehört zu den fünf besten Fischständen in Wien. Ihr seht ein toller Abschluss dieser Tour. 


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Solltet Ihr eine Wienreise planen, so kann ich Euch diese und auch die anderen Sinnestouren sehr empfehlen. Schaut einfach bei Bianca und Elisabeth vorbei. 

Weitere Tipps: Besucht unbedingt auch den 2. Strassenmarkt - den Brunnenmarkt, der mit seinen über 160 Marktständen der größte tägliche Markt in Europa ist und auch der Vorgartenmarkt lädt zum bummeln und verweilen ein. 

+++INFO+++ Kennt Ihr den Essigpapst? Morgen stelle ich ihn Euch vor.

Bis bald!


Dienstag, 29. September 2015

Kulinarisch unterwegs in Wien und Umgebung // Wiener Woche

Gefühlt ist es ja schon eine Ewigkeit her. Meine Familie hat sich dieses Jahr eine Städtetour nach Wien gewünscht und so waren wir vor ein paar Wochen dort und haben eine Woche die Stadt und auch die Umgebung erkundet.

Mitgebracht habe ich etwa 564325 Bilder und Tipps. Damit das hier nicht endlos wird, starte ich heute die WIENER WOCHE und zeige Euch ein paar tolle Lokationen. Wir haben in dieser Woche so geschlemmt. Wien bietet so viel und man hat echt die Qual der Wahl. Um den Überblick nicht zu verlieren, teile ich meine Empfehlungen in Kategorien ein.

Ach ja, wir waren in Wien auf der Suche nach der besten Eisdiele und haben die beste Sachertorte gesucht. Bei den Eisdielen hieß das manchmal 2 oder 3 mal Eis am Tag. Unglaublich wie viele Eisdielen Wien zu bieten hat. Wir starten aber mit der...

Wiener Küche & so. 
Brettjause und warme Schmankerl kann man sehr gut im Zum Geschupftn Ferdl geniessen. Sitzplätze findet man hier vor dem Lokal, im Innenhof dem "Raimundhof", in der Zirbenstubn oder im Hauptraum. Hier achtet man auf Bioqualität von österreichischen Erzeugern bei den Speisen und Getränke.

Den wohl schönsten Biergarten Wiens hat sicherlich Glacis Beisl. Ideal gelegen zwischen Volkstheater und Museumsquartier zeigt sich das Lokal modern und traditionsreich. So zeigt sich auch die Speisekarte. Für jeden Urbanjunglliebhaber ein Pflichtbesuch.

Das wohl beste Wiener Schnitzel soll es im Restaurant Finkh geben. Lecker war es definitiv, aber ob es nun das Beste war, können wir nicht beurteilen, dazu hätten wir noch viele Restaurants ausprobieren müssen, um den Vergleich zu ziehen. Sehr köstlich war auch mein Beef Tatar mit pochiertem Ei und die Weinkarte präsentiert feine Köstlichkeiten.

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Die Weinschenke war für uns ein Highlight. Aus jeder Weinregion Österreichs findet man hier mindestens einen Wein, insgesamt 40 Weine warten auf die Gäste. Die Inhaber machen schon mal ihren Schnaps selber und die Kaffeebohnen für die alte Espressomaschine kommen aus einer kleinen Privatrösterei in Venedig. Die Küche serviert verschiedene Burger mit Fleisch, vegetarisch oder vegan, mit 10 verschiedenen Saucen, bestem Fleisch von Hödl, was selber faschiert wird, Burgerbrot nach eigenem Rezept von Frühbauer gebacken und die Pommes sind aus Bioerdäpfeln von der Lobau. Hier wird alles selbstgemacht. Wichtig zu wissen ist, das nur Bargeld akzeptiert wird.

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Mitten in der Innenstadt im grössten Trubel, findet man etwas Ruhe in der Labstelle Wien. Kurz kann man sagen hier gibt es Essen ohne Schnickschnack, absolut ehrliche Küche in einem sehr schönen Ambiente. Wir haben dort Nachmittags unsere schmerzende Füsse im Innenhof ausgeruht, unseren Durst gestillt und den zartschmelzenden Schokokuchen Stück für Stück genossen.

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Den letzten Abend verbrachten wir sehr urig im Zum narrischen Kastanienbaum. Es erwartete uns ein sehr ruhiger Innenhof-Biergarten mit einem schattenspendenden Kastanienbaum. Die Speisekarte ist rustikal, saisonal und echt wienerisch. Gute Begleiter sind sicherlich die Weine und die Bierspezialitäten.

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Weiterhin empfehlen kann ich Euch: das Brot Joseph vom Pheinsten zu probieren, das vegetarische Restaurant Hollerei, einen Flat Ulrich im Ulrichdas kleine feine Restaurant Mamsell mit gerade mal zwei Tischen oder das on market mit seiner südchinesischer und japanischer Küche.

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Heurige in der Umgebung 
Etwas ausserhalb von Wien machten wir uns auf die Suche nach richtigen Heurigen in den Weingütern.  Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie gut zu erreichen und auch hier ist die Auswahl gross. Eigentlich war unser Ziel Weinbau Zawodsky, doch leider hatten die geschlossen. Schade nur das es nicht auf der Homepage stand. Der Weinbau liegt mitten in den Weinbergen und hat wohl den schönsten Garten.

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Eingekehrt sind wir beim Weinbau Herrmann mit seinen kleinen Lauben und schön angelegten Garten sah es sehr einladend aus. Leider gab die Küche nicht das her was wir uns erhofft haben, so dass wir nach einem kleinen Snack und Gläschen Wein noch beim Nachbar eingekehrt sind. Beim Zum Binder hat man einen unheimlich tollen und kostenlosen Blick über Wien. In der Abenddämmerung ein sehr schöner Anblick. Die Küche war etwas besser und der Wein schmeckte uns auch.

Eines muss ich ja zu den Heurigen noch sagen, damit Ihr nicht auch so enttäuscht seid wie wir. Im Heurigen gibt es immer Buffet, d.h. jeder geht dahin, lädt sein Tellerchen voll, alles wird einzeln gewogen und berechnet. Ich finde dieses System sehr ungemütlich und es nimmt die Geselligkeit eines Heurigen. Und wer jetzt noch denkt hier kann man günstiger als in der Stadt speisen, der hat sich leider getäuscht.

Kaffee & Kuchen
Wo Oma und Mutter noch Kuchen backen und man direkt zuschauen kann? Das erlebt man in der Vollpension. Die Kuchenbäckerinnen werden gerne ab 55 eingestellt. Die Einrichtung und auch das Geschirr ist zusammengewürfelt. Hier darf es gerne kitschig und Vintage sein. Es ist als kommt man nach Hause zur Oma, sehr gemütlich und einladend. Sein Kaffee und Kuchen, Mittagsteller, Snacks, etc. holt man als Selbstbediener an der Theke ab. Es gibt für Mittags eine günstige Wochenkarte. Ich habe mich sehr in dieses Generationenkaffeehaus verliebt.

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Direkt beim Kutschkermarkt gelegen ist das Café Himmelblau. Es ist ein buntes Treiben von Marktbesuchern, Familien, Geschäftsleuten, etc., die beim Kaffee, hausgemachten Kuchen und Mittagessen zusammen sitzen. Eingekauft wird direkt gegenüber auf dem Gemüsestand und die Küche ist sehr abwechslungsreich. An sonnigen Tagen lädt der Schanigarten zum Verweilen ein.

Solltet Ihr in der U-Bahn Station Schottentor sein, kann ich Euch die etwas ungewöhnliche Kaffeeküche empfehlen. Guten Coffee to go kombiniert mit leckeren Sandwiches. Im Sommer gibt es den Kaffee oder die Schokolade geeist. Begeistert war ich hier vom Interior, mit viel Holz und kleine Details, etwas was man in einer U-Bahn Station nicht erwartet.

Hübsch sah es auch im Café Francais aus, jedoch waren wir da leider keine Gäste aufgrund von totaler Sättigung. Solltet Ihr auf der Suche nach Frühstück sein, empfehle ich Euch noch das Restaurant Freyung und solltet Ihr Gin lieben wie ich, solltet Ihr abends mal in der Bar reinschauen, denn dort wartet eine bunte Mischung auf Euch.

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Unsere Topliste - Eisdiele in Wien 
Wenn Ihr unsere Eistour sehen wollt, empfehle ich Euch ein Blick bei mir auf INSTAGRAM. Hier nun unsere persönliche Liste

1. Schelato
Ein Modemacher und ein Filmemacher eröffnen im Juli eine Eisdiele, in der es, na klar, kreative Eissorten gibt. Aber nicht nur das, es schmeckt super lecker! Die Sorten reichen von der klassische Pistazien, Schokolade, Vanille bis zu vegane Spirulina-Bananensorbet, Matcha, Mais, Granatapfel, Basilikum oder Gurke mit Wasabi. Das Karamelleis kam meiner absoluten Lieblingseisdiele in München sehr nah.

2. Ferrari Gelato
In der Innenstadt Wiens findet man diese kleine italienische Eismanufaktur. Hier wird das Eis traditionell im Verkaufsraum hergestellt und dabei verzichtet man auf künstliche Hilfsmittel, und genau das schmeckt man. Mein Favorit hier war Queen Elizabeth.

3. Gelateria Romana Il dal 1947
Diese Einrichtung, ich konnte mich gar nicht satt sehen. Wir haben erstmal ein paar Eissorten getestet bevor ich mich für die Sorten Crema dal 1947 und Ciocolato fondente. Der Clou hier ist die flüssige Schokolade in der Waffel. Unbedingt probieren!

4. Eis Greissler
Hier gibt es das Eis vom Lande mitten in Wien und den liebsten Spruch auf der Serviette "Erst schmilzt dein Eis, dann dein Herz!" Eigentlich sagt das schon alles aus. Ich habe hier komplett vegan probiert und war hin und weg.

5. Gefrorenes - Eis wie damals
Die Eisdiele hat ihr Logo auf der Waffel und produziert Eis wie damals. Eigentlich muss man dazu gar nicht mehr sagen. Übrigens heisst die Waffel, so wie wir es kennen, hier in Wien Stanitzel.

6. Veganista
Ehrlich gesagt waren wir ein bisschen enttäuscht. Es ist in Wien ganz einfach ein veganes Eis zu bekommen, was ich persönlich, qualitativ besser finde. Aber probiert es einfach selber aus!

Wer hat die beste Sachertorte? 
Unser Zuckerspiegel brachten wir nicht nur mit Eis in Schwung, sonder auch mit Sachertorte. Auch hier unsere persönliche Top-Liste:

Kuk Hoflieferant Demel
Für mich klarer Favorit war diese Konditorei. Nicht nur von der Einrichtung, offene Backstube und hübschen Bodenfliesen, nein auch die Torte war mega. Nicht zu süss, schön schokoladig mit etwas Frucht.

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Café Imperial
Wäre es eine klassische Sachertorte, wäre das unser Favorit gewesen. Die Imperialtorte schmilzt so fein, so zart im Mund. Ich kann es Euch gar nicht beschreiben. Ihr solltet es unbedingt probieren, wenn Ihr in Wien seid.

Café Sacher
Ich glaube für jeden Wien-Erstbesucher ein Muss, aber es gibt definitiv bessere Torten. Ich empfinde sie zu süss und etwas zu trocken. Aber wie schon beim Eis, das ist meine persönliche Meinung.

Des weiteren waren wir noch beim KuK Hoflieferant Gerstner und KuK Hofzuckerbäcker L.Heiner gewesen. Für uns als Tester praktisch waren die gewürfelten Sachertörtchen.

Unglaublich was für eine Liste! Könnt Ihr jetzt verstehen, warum ich das Gefühl hatte, das wir eigentlich uns durch Wien geschlemmt haben? Und dabei habe ich Euch noch nicht von den Märkten erzählt....

+++INFO+++ Morgen gehen wir gemeinsam auf Sinnestour. 

Bis bald!


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