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Montag, 28. Dezember 2015

An der Saar genießt man gerne - FERDINAND'S SAAR DRY GIN

Hauptsach, gudd gess – g’schafft ham’mer schnell“ 

So lautet das Lebensmotto eines Saarländers. Das kleine Bundesland ist stolz auf sich und die Einheimischen pflegen Ihren Dialekt. Sie sind sehr mit Frankreich verbunden, das zeigt sich schon bei den zwei Küsschen auf die Wange zur Begrüßung. Nicht sehr verwunderlich, da die französische Grenze nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Ein typischer Saarländer ist sehr gesellig, „schwätzt“ viel und gerne und genießt das Leben in vollen Zügen, gerade in Bezug auf Essen und Trinken.  

Gin, Wacholder, Saar, Saarland, Riesling, Wein, Brennerei, Weingut

Dorothee Zilliken vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken und Andreas Vallendar von der AV Brennerei "brennen" genau für diese Region und dies spürt man mit jedem Schluck dieses Gins. Ganz fein wurden über 30 Botanicals abgestimmt und mit Saar-Riesling infundiert. Die ausgesuchten, handverlesenen Trauben aus der Schiefer-Steillage Saarburg Rausch des Weinguts begeistern nicht nur Weinliebhaber. Es macht diesen Gin zu etwas besonderem. 

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Kräftig, würzig, dennoch harmonisch, spürt man den gintypischen Wacholder umgeben von einer frischen Zitrusnote. Den Riesling erlebt man leicht mit seiner Säure und Mineralität. Der Alkohol kommt mild und ohne Schärfe daher. Sowohl pur als auch im Tonic Water zeigt sich der Gin in seiner Komplexität.

Etwas schwierig gestaltet sich die Festlegung der Kräuter, Früchte und Gewürze: Schlehe, Hagebutte, Angelika, Hopfenblüte, Weinrose sowie Lavendel werden aus regionalem Anbau verwendet sowie Mandelschale, Koriander, Zimt und Ingwer als exotisches Beiwerk. In der Nase verbinde ich die Aromen mit Wacholder, Koriander, Zimt, Quitte, Pfirsich, ganz leicht Apfel und Zitrus. Der blumige Duft erinnert mich leicht an Rose, jedoch ist da noch mehr...


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FERDINAND'S SAAR DRY GIN im Interview


5 Fragen - 5 Antworten 

Welche typische Charakterzüge eines Saarländers findet man im FERDINAND’S Saar Dry Gin?

Saarländer sind Genussmenschen, gutes Essen und Trinken sind unheimlich wichtig. Klar, dass der eigene Gin aus besten lokalen Zutaten dann nicht fehlen darf. Weil in unserer Region jeder jeden kennt, taten sich einige Freunde mit Idee, Weingut und Brennerei zusammen. Alles was man braucht, findet man im Saarland irgendwo beim Nachbarn. Und was nicht passt, wird passend gemacht: Der Heimwerker-Stolz hat eindeutig auf unserer Projekt abgefärbt. Gebrannt wird aus eigenem Rohbrand in der eigenen Brennerei, direkt hinter der Brennerei stehen eigene Quitten- und Rubinette-Apfelbäume, die satten Geschmack liefern, der Lavendel stammt von brachliegenden Weinbergen im Konzer Tälchen, der Zitronenthymian wird im Garten kultiviert. Vielleicht hat uns der Eigensinn der Saarländer dazu verleitet, keinen weiteren klassischen London Gin zu produzieren, sondern mit Beigabe der besten Zutaten unserer Heimat dem Gin eine neue florale Dimension zu eröffnen. 

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Insgesamt wurden 30 Botanicals, meist aus der Region, im Gin verarbeitet. Wie lange hat die Entwicklung gedauert und welche Schwierigkeiten gab es?

Die im Gin verwendeten Kräuter, Gewürze und Früchte sind fein aufeinander abgestimmt und stammen möglichst aus eigener Produktion, alle Botanicals sind handverlesen. Die Entwicklung der perfekten Mischung hat über ein Jahr gedauert, dabei mussten natürliche viele Möglichkeiten durchgetestet werden. 

Welchen Hintergrund gab es Riesling-Trauben aus der großen Lage Saarburger Rausch zu verwenden und spielt dabei der Schieferboden eine Rolle oder die Edelsüße?

Der Saar Dry Gin startete als gemeinsame Idee mit unseren Freunden Dorothee Zilliken vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken und Andreas Vallendar von der AV Brennerei. Ziel war und ist ein Gin, der die eigene Region mit all ihren Highlights widerspiegelt und bei dem die Qualität im Vordergrund steht. So war es logische Konsequenz, mit den Trauben des weltweit renommierten Weinguts Zilliken zu arbeiten. Dabei spielt gleichzeitig die Mineralität des Schieferbodens und die Edelsüße eine große Rolle, beide Faktoren machen die großen Weine von der Saar zu etwas ganz besonderem. 

Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken, AV Brennerei,

Wie hebt sich der FERDINAND’S Saar Dry Gin von der breiten Masse ab?

Wir waren nie auf die breite Masse, sondern auf unsere Idee fokussiert: Im Herzen von Europa im Dreiländereck zwischen Deutschland, Luxemburg und Frankreich entsteht ein einzigartiges handgemachtes Produkt zweier Traditionserzeuger, deren Vorfahren bereits die Stilrichtung und das Renommée dieses Anbaugebiets geprägt haben. Ziel war und ist ein Gin, der die eigene Region mit all ihren Highlights widerspiegelt und bei dem die Qualität im Vordergrund steht. Für die Infusion im Gin werden ausschließlich die hochwertigsten Spät- und Auslese-Trauben der großen Lage Saarburger Rausch verwendet. Hocharomatische Kräuter und Früchte des Saargebiets aus eigenem Anbau und der Region runden das Geschmacksbild ab. Ferdinand’s Saar Dry Gin vereint das Beste einer wunderschönen Region.

Wie würde ein perfekter Gin Tonic von Ihnen serviert werden?

Mit Birnenscheibe, Zitronenzeste und Zitronenthymian.

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Bis bald!





Freundlicherweise wurde mir der Gin für die Verkostung von Ferdinand's Saar Dry Gin kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank. 
Bilder: © Ferdinand's Saar Dry Gin & VOLLE LOTTE
Donnerstag, 29. Oktober 2015

{genial regional} Simon's Feinbrennerei - Wein, Obstbrand, Whiskey, Rum und Gin

Es ist schon eine Weile her, als ich mich mit Tobias aka Der Kuchenbäcker inmitten des Weinbaugebiets Franken getroffen habe. Wir hatten uns in Alzenau-Mittelbach mit Severin Simon verabredet.


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{genial regional}

Vielleicht fragt Ihr Euch was wir dort gemacht haben? Regionalität definiert man in der eigenen Stadt oder auch Bundesland. Wir wollen uns jedoch nicht darauf beschränken, sondern Euch das Beste in den verschiedenen Regionen präsentieren.  Die Herkunft der Ware soll nachvollziehbar sein, deshalb besuchen wir die Produzenten vor Ort und berichten Euch ab sofort auf unseren Blogs darüber. Tobias hat bereits am Montag den Anfang gemacht und einen wunderbaren Tassenkuchen mit Kirschkreide gebacken. Dabei nimmt er Euch mit in den wunderbaren Laden EIN GENUSS. In den nächsten Tagen werde ich Euch einen weiteren Einblick geben.

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Feinbrennerei Simon in Alzenau, Bayern 

Nach der 30 minütigen Anfahrt stehen wir mitten in den fränkischen Weinbergen auf dem Hof von Severin Simon. Seit 1879 im Familienbesitz betreibt er zusammen mit seiner Familie es bereits in vierter Generation. Was mit einem Schweinebetrieb angefangen hat, fand über den Weinbau bis heute zu einer Brennerei seinen Weg. Aus dieser Zeit besteht bereits ein Brennrecht über 300 Liter, welches mit der Errichtung einer Verschlussbrennerei, um die Qualität und die Möglichkeiten zu erhöhen, weiter ausgebaut wurde. Severin faszinierte das Brennen von feinen Destillaten bereits als kleiner Kerl auf dem Schoss seines Großvaters. Nach seiner Ausbildung zum Winzer und Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft, baute er sein Wissen und Können aus und führt so heute mit großer Leidenschaft die Brennerei weiter. Dabei legt Severin großen Wert auf die Regionalität. In seiner Brennerei verwendet er Spessarteiche für die Fässer, das Holz für die Befeuerung stammt aus dem eigenen Wald, das Obst wird in den eigenen Streuobstwiesen geerntet und das Korn wird selber angebaut und geerntet. 


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Heute keltert Severin weiterhin Wein, vorwiegend Burgund und Riesling, von seinem eigenen 7ha großen Weinberge. Zu den anfänglichen Destillaten aus Obst, folgte die Herstellung von Whiskey, Rum und nun auch Gin. Seit Anfang des Jahres 2013 wird nun Whiskey und Rum in der hauseigenen Verschlussbrennerei aus dem Hause Arnold Holstein hergestellt. Eine besondere Herausforderung dabei ist die Befeuerung mit Holz.


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Auf ORIGINAL PURE GIN folgte NEXT LEVEL 

Im Jahr 2008 startete Severin die Planung für seinen Gin. Es sollte sich nicht in den üblichen Reihen einordnen, sondern eine eigene Handschrift bekommen. So kreierte er ORIGINAL PURE GIN und ergänzte den Gin-typischen Wacholder mit Koriander, Kardamom und Zitrone Dies bot perfekt die Basis für die klassischen Gin-Cocktails oder Gin-Tonics.  


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Vier Jahre später war die Zeit gereift für einen Rum (dazu bald mehr). Jedoch sollte vorher ein weiterer Gin auf den Markt gebracht werden. Die Grundrezeptur blieb gleich, jedoch sollte es karibisch angehaucht werden. Der im Pot Still Verfahren hergestellte Gin „NEXT LEVEL“ rundet den Wacholder mit Tahiti-Vanille, Tonka-Bohne, Piment und Lemon-Myrte perfekt ab und erreicht so eine unverwechselbare Eigenart. Weitere Zutaten werden von Severin in Verschluss gehalten. Dieser kräftige  Gin mit 46% Vol. fehlt jede erdenkliche Alkoholnote und zeigt sich durch seinen fruchtigen, milden und sanften Geschmack auf. Üblicherweise bemerkt man beim Gin Kräuter und Gewürze, hier spielt die Frucht die Hauptrolle. 

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Zuletzt bekomme ich von Severin den Tipp mein nächstes Gin-Tonic mit seinem Gin „NEXT LEVEL“ nicht mit Gurke zu genießen, sondern mit einer gefrorenen Himbeere. Ich kann nur sagen, probiert es unbedingt aus!

Bis bald!





Dieser Beitrag ist im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Genial Regional“ von Tobias Müller und mir entstanden. Vielen Dank an Severin Simon für den sehr netten Nachmittag bei Dir zuhause. 
Samstag, 10. Oktober 2015

Spirit der Stadt - Berliner Brandstifter Dry Gin

Es war an der Zeit! Unsere Hauptstadt brauchte seinen eigenen Gin. Viele Großstädten präsentieren bereits ihre regionale Brände, nur wo war der Berliner?

Passend und würdig zur Stadt, war die Vorstellung von Vincent Honrodt, der Gründer von Berliner Brandstifter.  Es sollte der erste Gin werden, der einen besonderen Charakter durch typische Berliner Blüten und Botanicals, angebaut auf Berliner Ackerland, bekommen sollte.

Korn, Gin, Berlin, Brand, edle Brände, Berliner Gin

Der Gründer
Der gebürtige Berliner Vincent Honrodt brennt für diese Stadt. Was ein Berliner nicht bekommt, macht er selbst, egal mit was für Mitteln. Seine Familie war bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer uralten Leidenschaft für hochprozentige Destillate geprägt. Sein Urgroßvater, Ernst Honrodt, war Direktor einer Zuckerfabrik in der Nähe von Berlin und brannte bereits mit großer Begeisterung edle Brände aus Getreide, Zuckerrüben und regionalen Pflanzenessenzen für die eigene Familie, Freunde und Mitarbeiter. Als Urenkel lernte Vincent seine Brennkünste kennen und wurde so früh mit diesen Geschmackserlebnisse beeinflusst. Da es nichts vergleichbares bis dahin auf dem Berliner Markt zu finden gab, entschloss sich Vincent es selbst zu tun und zwar ganz nach der alten Tradition, so wie es sein Urgroßvater es schon gemacht hat. So führt er nun seit 2009 diese Leidenschaft und Begeisterung über den Familienkorn fort und brachte zuerst den Berliner Brandstifter Korn auf den Markt. Die Erweiterung seines Produktsortimentes erfolgte mit dem Berliner Dry Gin.

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Der Gin 
Die Idee einen Gin zu entwickeln, der die Hauptstadt widerspiegelt, hatte Vincent nach einer langen Nacht in den Berliner Clubs. Gemeinsam mit seinen Freunden saß er auf einer Wiese, die wunderbar in der Morgensonne funkelte, und fachsimpelte, ob es Blüten, Kräuter und Geschmäcker gibt, die Berlin charakterlich beschreiben können. Es war schnell klar, das dies nur in einem Gin festgehalten werden kann. Vincent erinnerte sich an einen Biohof aus seiner Grundschulzeit, dessen Felder er damals erkundet hat und dessen Erdbeerfelder von ihm geplündert worden sind (eh wer hat das nicht in seiner Kindheit gemacht?!). Gemeinsam mit dem Inhaber dieses Biohofes wurden die charaktergebende Zutaten: Wacholder, Holunderblüte, Waldmeister, Gurke und Malvenblüte festgelegt. Die Herstellung wird ebenfalls auf Berliner Grund und Boden in Kaulsdorf umgesetzt.
Auf Basis eines hochprozentigem Alkoholdestillats wird der klare Branntwein hergestellt und mit den handgeernteten Blüten, Kräuter und Gewürze verfeinert. Es handelt sich hier um ein 7fach gefiltertes Weizendestillat, das so durch die Filterung einen aussergewöhnlich hohen Reinheitsgrad erreicht. Jede Flasche wird per Hand abgefüllt und nummeriert. Die Natur begrenzt die jeweilige Erntemenge, was so folglich auch die Produktion limitiert. Der 43,3% Vol. Berliner Dry Gin ist erhältlich in den Größen 0.7l, 0.35l und 0.1l.

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Kurz zum Geschmack: Die Grundnote ist klar definiert mit dem Wacholder gefolgt vom Holunder mit seiner floralen und fruchtigen Note und bekommt mit dem Waldmeister zusätzlich seine Individualität. Genial, finde ich, die Gurke, die sonst nur ein Stück mit ins Glas wandert, direkt in den Gin mit einfließen zu lassen. Das sorgt für eine intensive Frische, die den harmonischen Abschluss mit der Malvenblüte bekommt.

Die Berliner Brandstifter haben bereits in vielen Berliner Bars ihr Feuer gelegt und sie breiten sich auch über die Stadt- und Landesgrenze aus.

Die Stadt zu spüren oder zu schmecken, gelingt jedem, der sich darauf einlässt, ob nun pur oder als Cocktail, ob als Vorspeise, Hauptspeise, Dessert oder als Sauce.

Bis bald!





Freundlicherweise wurde mir der Gin für die Verkostung von Berliner Brandstifter kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank. 
Sonntag, 19. April 2015

GIN SUL - destilliert mitten in Hamburg mit einem Hauch Portugal

Bei meinem letzten Aufenthalt in Hamburg hatte ich eine Verabredung. Es hat was von Hinterhof, verwinkelt und klein. Ich entdecke eine Werkstatt für Oldtimer und Lagerräume. Um die Ecke werde ich fündig. In einer ehemaligen Tischlerei hat Stephan Garbe sich eingerichtet. Sofort beim Eintreten fällt einem die glänzende, handgefertigte Destillieranlage aus Kupfer, eingerahmt aus typischen Kacheln, die ich aus Portugal kenne, ins Auge. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung schaue ich mich um. Entdecke mitten im Raum ein Tresen aus Holz, ganz selbstverständlich ein Rad kombiniert mit einer Garderobe, ein kleines Ausstellungsregal mit den Merchandisingprodukten rund um GIN SUL, rechts davon eine Büroecke, ein vom Flohmarkt stammendes Briefsortierregal dient als Verpackungsecke, es folgt die Küche, die ein bisschen an Labor erinnert, und ein beeindruckende Regalwand mit großem Lettering „Altonaer Spirituosen Manufaktur“ – die einzige in Hamburg. Man merkt das Stephan früher in der Werbung tätig war.  

Hamburg, Gin, Portugal

Wie kommt nun der Gin nach Hamburg und was hat das ganze mit Portugal zu tun?

Stephan fühlte sich in seiner Agentur Shipyard ausgebrannt. Er verkaufte die Agentur und reiste während seiner Auszeit nach Portugal. Mit einem alten Wohnmobil begab er sich auf Entdeckungstour und verliebte sich in Odeceixe, ein kleiner Ort an der Costa Vicentina. Hier an der Küste, im westlichem Teil der Algarve wachsen Unmengen vom Wachholder. Die Idee Gin zu produzieren war geboren. Zuerst sollte alles in Portugal umgesetzt werden, jedoch waren die Hürden da sehr hoch.

Also Hamburg. Schnell fand sich alles zusammen was zusammen gehört. Die Tischlerei, die Destillieranlage und nach einer langen Experimentierphase stand auch das Aroma für den heutigen GIN SUL fest.

Hamburg, Gin, Portugal


Was verbirgt sich in den Tonflaschen? 

Mit einem Wort SAUDADE

Ihr fragt Euch sicherlich was sich dahinter verbirgt. Es ist schwer zu übersetzen. SAUDADE kennt man aus dem Fado, ein portugiesischer Musikstil, der an Chanson erinnert. SAUDADE kann fröhlich oder traurig stimmen. Es steckt so viel Wehmut, Sehnsucht, Fernweh, Weltschmerz und Melancholie in diesem Wort. Es ist ein Gefühl was gewohntes für immer verloren zu haben. Der portugiesischer Autor Fernando Pessoa hat es auf den Punkt gebracht:
Saudades, só portugueses
Conseguem senti-las bem.
Porque têm essa palavra
para dizer que as têm.
Saudades – nur Portugiesen
können dieses Gefühl kennen.
Weil nur sie dieses Wort besitzen,
um es wirklich beim Namen zu nennen.
Als Zutaten findet man Schale von Zitronen, stammend aus der eigenen Plantage von West-Algarve, Wacholderbeeren, Koriander, Rosmarin, Piment, Lavendel, Zimt und ganz besonders die Zistrose. Mit der Beigabe von Wasser aus der Lüneburger Heide wird in der kleinen Destillieranalage aus dem Hause Arnold Holstein, mit gerade mal 100l Fassungsvermögen, feinster  43 volumenprozentigen Gin mit leichter Zitronennote destilliert.

Hamburg, Gin, Portugal

Dies alles wird eingefangen in den weißen, glasierten Tonflaschen, die den Gin vor Licht und Temperaturunterschiede schützen soll. Geschlossen werden die 500 ml Flaschen mit einem Kork, natürlich aus Portugal. Kommen wir zum Siebdruck auf den Flaschen. Auch hier erkennt man die Handschrift von Stephan. In großen hellblauer Schrift steht die Marke GIN SUL mit dem Untertitel handcrafted and bottled -  Altonaer Spirituosen Manufaktur. Über den Schriftzug GIN SUL ist eine Hadag-Fähre aufgedruckt. Hier muss man wissen, das diese alte Fähren nach Portugal verkauft worden sind und heute als Transportmittel auf dem Tejo eingesetzt werden. Portugiesen, meist Pendler, und Touristen nutzen diese Fähre um zwischen Lissabon, dem Nordufer, an den Südufer in die Städte Seixal, Setúbel, Almada und Cacilhas hin und her zu fahren. 

Hamburg, Gin, Portugal

Wie trinke ich den Gin? 

Immer mit Tonic. Sehr empfehlen kann ich den Gin Tonic serviert in einem geeisten Highball-Glas gefüllt mit Eiswürfeln, etwas Rosmarin und ein Stück Bio-Orangenschale. GLIMMÃO– der Sommer kann kommen.  

Gin, Portugal, Hamburg

Vielen Dank an das gesamte Team von GIN SUL. Ich habe mich sofort „zuhause“ gefühlt.

Alla, machs gud!


Freitag, 19. Dezember 2014

Die Schwarzwald-DNA oder auch Monkey 47 Schwarzwälder Dry Gin

Gin aus dem Schwarzwald? 
Gin, Alexander Stein, Christoph Keller, Regional

Ja warum nicht? Hier gibt es Wachholder, was auch für die Herstellung des berühmten Schwarzwälder Schinken benötigt wird, ebenso reines Urquellwasser und eine Vielzahl an Kräuter und pflanzliche Zutaten. 

Und dann gibt es noch Christoph Keller, genau der Destillateur von der Stählemühle über den ich Euch vor ein paar Tagen hier berichtet habe, es gibt Alexander Stein der Gründer von Black Forest Distillers und eine Geschichte. Wie ich Geschichten um ein Produkt liebe! Wollt Ihr sie lesen? 

Es war einmal ein britischer Royal Air Force Commander namens Montgomery "Monty" Collins, der in seinen jungen Jahren schnell merkte welche Macht die Sprache haben kann und so erlernte er gleich fünf davon. Nach Kriegsende wurde er in den britischen Teil von Berlin in die Verwaltung versetzt. Er war sehr über die Zerstörung der Hauptstadt erschüttert, so dass er auch in seiner Freizeit beim Wiederaufbau des Berliners Zoo behilflich war und dabei auch die Patenschaft eines Javaneraffen namens Max übernahm. Monty war aber auch Uhrenliebhaber. So war es nicht verwunderlich das er aus der Royal Air Force ausgeschieden ist, um im nördlichen Schwarzwald das Uhrmacherhandwerk zu erlernen. Nachdem nur die Leidenschaft nicht ausreichend war, erwarb ein Landgasthof, den er im Andenken an sein Patenkind "Zum wilden Affen" nannte. 

Eines vermisste Monty von seiner Insel sehr - einen guten Glas Gin. Die oben genannten Zutaten waren mehr als ausreichend vorhanden, so das er mit der Herstellung des englischen Nationalgetränkes begann und sein eigenen Schwarzwälder Ginrezeptur entwickelte. Leider verliert sich Monty`s Spur in den Sechzigerjahren. 

Um die Jahrtausendwende wurde bei Renovierungsarbeiten im Landgasthof eine schwere alte Holzkiste gefunden in der eine Flasche und ein Brief enthalten war. Auf der Flasche war von Hand eine Skizze eines Affens und in schwarzer Schrift " Max the Monkey - Schwarzwald Dry Gin" geschrieben. Im Brief  selbst fand man unter anderem eine detaillierte Beschreibung der Zutaten von Monty`s Rezeptur. 


Gin, Alexander Stein, Christoph Keller, Regional
Foto: Black Forest Distillers 


Im Jahr 2006 erfuhr Alexander Stein von dieser aussergewöhnliche Geschichte und Rezeptur und war sofort begeistert von der Idee einen Gin mit regionalen Zutaten zu produzieren. Er lernte durch Zufall, manche würden auch Fügung sagen, den Destillateur Christoph Keller kennen. Es galt nun die bekannten regionale Zugaben von Preiselbeeren, Fichtensprossen, Schlehen und Brombeerblätter weiter auszuarbeiten. Am Schluss standen 47 verschiedene Zutaten fest, aus denen man sieben verschiedene Destillate mit unterschiedlicher Würze herstellte und einige ausgesuchten Barkeeper zur Verkostung vorgestellt hat. Nach Auswertung dieser Verkostung wurde das finale Rezept festgelegt.   Die Wiedergeburt des Schwarzwälder Dry Gin namens Monkey 47 konnte gefeiert werden. 


Gin, Alexander Stein, Christoph Keller, Regional
Foto: Black Forest Distillers 


Aus keiner Bar mehr weg zu denken. Kaum vorstellbar, das zu Beginn die Barkeepers sich geziert haben, dank der Starken Nachfrage der Kunden jedoch schnell revidierten. Es ist pur oder als Gin Tonic ein grosser Genuss. Am Anfang ist die Wacholderbeere sehr dominant, wird aber von blumigen Aromen unterstützt, gefolgt von Kräuter- und Zitrusaromen und schliesst mit einer leichten pfeffrigen Schärfe ab. Ich bin ja ein grosser Fan von Gin Tonic und liebe genau diese Kombi sehr. 


Gin, Alexander Stein, Christoph Keller, Regional

Als Verpackungsliebhaberin und Vintage-Fan gefällt mir der Design  einer alten Apothekerflaschen sehr. Die Entscheidung dabei Braunglas zu verwenden, hatte nichts mit der Gestaltung zu tun, sondern mit der Qualität, da somit ein größeren Lichtschutz für den Inhalt geschaffen worden ist. 

Viel Handarbeit steckt in diesem schonend destillierten und drei Monate lang in Steingutgefäßen gelagertes Produkt. Dies spiegelt sich auch im handgeschriebenen Etikett wieder. Es sieht aus wie eine Briefmarke und zeigt Episoden aus Monty`s Geschichte und ein paar der verwendeten Zutaten aus der Region. 
Gin, Alexander Stein, Christoph Keller, Regional
Foto: Black Forest Distillers 
Mögt Ihr Gin und wenn ja, wie?

Alla, machs gud!


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