Samstag, 10. Oktober 2015

Spirit der Stadt - Berliner Brandstifter Dry Gin

Es war an der Zeit! Unsere Hauptstadt brauchte seinen eigenen Gin. Viele Großstädten präsentieren bereits ihre regionale Brände, nur wo war der Berliner?

Passend und würdig zur Stadt, war die Vorstellung von Vincent Honrodt, der Gründer von Berliner Brandstifter.  Es sollte der erste Gin werden, der einen besonderen Charakter durch typische Berliner Blüten und Botanicals, angebaut auf Berliner Ackerland, bekommen sollte.

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Der Gründer
Der gebürtige Berliner Vincent Honrodt brennt für diese Stadt. Was ein Berliner nicht bekommt, macht er selbst, egal mit was für Mitteln. Seine Familie war bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer uralten Leidenschaft für hochprozentige Destillate geprägt. Sein Urgroßvater, Ernst Honrodt, war Direktor einer Zuckerfabrik in der Nähe von Berlin und brannte bereits mit großer Begeisterung edle Brände aus Getreide, Zuckerrüben und regionalen Pflanzenessenzen für die eigene Familie, Freunde und Mitarbeiter. Als Urenkel lernte Vincent seine Brennkünste kennen und wurde so früh mit diesen Geschmackserlebnisse beeinflusst. Da es nichts vergleichbares bis dahin auf dem Berliner Markt zu finden gab, entschloss sich Vincent es selbst zu tun und zwar ganz nach der alten Tradition, so wie es sein Urgroßvater es schon gemacht hat. So führt er nun seit 2009 diese Leidenschaft und Begeisterung über den Familienkorn fort und brachte zuerst den Berliner Brandstifter Korn auf den Markt. Die Erweiterung seines Produktsortimentes erfolgte mit dem Berliner Dry Gin.

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Der Gin 
Die Idee einen Gin zu entwickeln, der die Hauptstadt widerspiegelt, hatte Vincent nach einer langen Nacht in den Berliner Clubs. Gemeinsam mit seinen Freunden saß er auf einer Wiese, die wunderbar in der Morgensonne funkelte, und fachsimpelte, ob es Blüten, Kräuter und Geschmäcker gibt, die Berlin charakterlich beschreiben können. Es war schnell klar, das dies nur in einem Gin festgehalten werden kann. Vincent erinnerte sich an einen Biohof aus seiner Grundschulzeit, dessen Felder er damals erkundet hat und dessen Erdbeerfelder von ihm geplündert worden sind (eh wer hat das nicht in seiner Kindheit gemacht?!). Gemeinsam mit dem Inhaber dieses Biohofes wurden die charaktergebende Zutaten: Wacholder, Holunderblüte, Waldmeister, Gurke und Malvenblüte festgelegt. Die Herstellung wird ebenfalls auf Berliner Grund und Boden in Kaulsdorf umgesetzt.
Auf Basis eines hochprozentigem Alkoholdestillats wird der klare Branntwein hergestellt und mit den handgeernteten Blüten, Kräuter und Gewürze verfeinert. Es handelt sich hier um ein 7fach gefiltertes Weizendestillat, das so durch die Filterung einen aussergewöhnlich hohen Reinheitsgrad erreicht. Jede Flasche wird per Hand abgefüllt und nummeriert. Die Natur begrenzt die jeweilige Erntemenge, was so folglich auch die Produktion limitiert. Der 43,3% Vol. Berliner Dry Gin ist erhältlich in den Größen 0.7l, 0.35l und 0.1l.

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Kurz zum Geschmack: Die Grundnote ist klar definiert mit dem Wacholder gefolgt vom Holunder mit seiner floralen und fruchtigen Note und bekommt mit dem Waldmeister zusätzlich seine Individualität. Genial, finde ich, die Gurke, die sonst nur ein Stück mit ins Glas wandert, direkt in den Gin mit einfließen zu lassen. Das sorgt für eine intensive Frische, die den harmonischen Abschluss mit der Malvenblüte bekommt.

Die Berliner Brandstifter haben bereits in vielen Berliner Bars ihr Feuer gelegt und sie breiten sich auch über die Stadt- und Landesgrenze aus.

Die Stadt zu spüren oder zu schmecken, gelingt jedem, der sich darauf einlässt, ob nun pur oder als Cocktail, ob als Vorspeise, Hauptspeise, Dessert oder als Sauce.

Bis bald!





Freundlicherweise wurde mir der Gin für die Verkostung von Berliner Brandstifter kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank. 
Mittwoch, 7. Oktober 2015

Blitzrezept: Tortillapizza al Gusto

Vielfältig und schnell.

Es wird Zeit für ein neuen Blitzrezept. Wie hat Euch das erste Rezept und die Idee gefallen? Helfen Euch solche Rezepte im Alltag? 

Ich habe es ja nicht so mit Hefeteig, manchmal gelingt es, oft eher nicht. Daher ist dieses Rezept perfekt für mich, wenn es um Pizza geht. Denn das gelingt immer.

Der Boden ist somit schnell gemacht, muss ja nur ausgepackt werden, und der Belag kann ganz nach Geschmack ausgewählt werden. Das fängt schon mit der Basis an, wer keine passierte Tomaten mag, kann gerne auch Creme Fraiche nehmen. Was nun noch zusätzlich drauf kommt, ist total nach Gusto. In meiner kleinen Familie mag jeder einen anderen Belag, damit ist das überhaupt kein Problem. Hier müssen keine Kompromisse geschlossen werden. 

Ich liebe ja Spinat und Gorgonzola, mein Mann liebt die Variante mit Thunfisch und Zwiebel und mein Kind ist schon happy mit Mais und Schinken. Ihr seht dreimal anders. 

Hier jetzt mal eine Anregung: 

Tortillapizza al Gusto 
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Zutaten für 2 Personen:
2 Weizen-Tortillawraps mit Leinsam * 2 Lauchzwiebeln * 6 EL passierte Tomaten * 8 hauchdünne Scheiben Schinken, roh * 10 Oliven ohne Kern * 6 EL Mais * 100 gr geriebenen Gouda * Oregano * Salz * Pfeffer

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Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Tortillas auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Jeweils 3 EL passierte Tomaten mit einem Löffel auf die Tortillas streichen. Mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen. Den Schinken darauf verteilen.

Die Lauchzwiebeln putzen und in Ringe schneiden und die Oliven halbieren. Zusammen mit dem Mais auf die Tortillas verteilen und mit Käse bestreuen.

Im Backofen ca. 10 Minuten backen.

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WEINTIPP
Eigentlich trinken die Italiener zu ihrer Pizza ein Bier. Wir würden uns eher ein Glas Rotwein einschenken. Aber warum probiert Ihr nicht mal einen edelsüßen Riesling, z.B. mit den Prädikaten Spätlese oder Auslese,  dazu? Ich verspreche Euch ein tolles und einzigartiges Geschmackerlebnis. 

Bis bald!


Samstag, 3. Oktober 2015

Das FINALE: Naschmarkt, Shopping und Kultur // Wiener Woche

Unglaublich, heute beenden wir bereits meine Wiener Woche hier auf dem Blog. Ein paar Tipps und Infos über den Naschmarkt, Einkaufsmöglichkeiten und klar auch Kultur hab ich heute noch für Euch. So ein bisschen Touriprogramm darf es bei mir dann auch schon sein. Kommt Ihr mit? 


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Naschmarkt 
In meiner Vorbereitung für Wien hatte ich einiges gelesen und hab fast den Eindruck bekommen, das es sich nicht lohnt über den Naschmarkt zu bummeln. Mensch, bin ich froh das ich mich anders entschieden hab. Trotz Baustelle hat es uns da so gut gefallen. Wir haben da eingekauft, zu Mittag gegessen, Eis probiert und den Flohmarkt besucht.  Weit über 120 Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürze, Tees, Milchprodukte, Backwaren, Schokolade, etc. aus vielen internationale Länder warten auf die Besucher. Bereits morgens ab 06:00 Uhr kann man den Naschmarkt genießen und bis zur Abendstunde um 19:30 Uhr dort verweilen. Seit etwa dem Jahr 2000 sind viele gastronomische Betriebe dazu gekommen und die Auswahl ist weit gefächert. So findet man Fischlokale, vegane und vegetarische Restaurants, asiatische und türkische Küche und vieles mehr. Zur Mittagszeit mischt sich das Publikum mit Geschäftsleuten, Einheimischen und Touristen, die in einem der Lokale ein vergünstigtes Mittagessen zu sich nehmen wollen. Zusätzlich findet jeden Samstag neben dem Naschmarkt ein Flohmarkt statt. Ein kleiner Tipp: schaut Euch auch mal in den Straßen neben dem Naschmarkt um, da gib es einiges zu entdecken.

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Shopping
Unser Hauptaugenmerk lag nicht im einkaufen. Daher kann ich Euch nur ein paar Empfehlungen geben.
  • Kinderladen „Der kleine Salon“ - ein kleiner aber sehr feiner Concept Store. Gefühlt waren wir Stunden in diesem Laden, so viele hübsche Dinge, ob nun für Neugeborenen oder für kleine Teenies, gibt es da zu schauen.
  • Saint Charles Cosmothecary – aufmerksam wurde ich durch das Schaufenster. Sie ist die Schwester von Saint Charles Apotheke, die gegenüber liegt. Hier findet ihr eine große Palette an Naturkosmetik. Übrigens gibt es auch noch das Saint Charles Alimentary. Dort bekommt ihr von Dienstag bis Freitag Mittag natürlich gekocht
  • Die vermischte Warenhandlung - Soll ich darüber noch schreiben? Die meisten Wienbesucher kennen diesen kleinen Laden im Innenhof. Hier gibt es einfach alles was schön ist.
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Kultur 
Sich wie ein Tourist zu fühlen, brauche ich bei Städtereisen nicht unbedingt. So eine gesunde Mischung aus allen ist für mich in Ordnung. Doch jetzt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hechten, kann ich nicht wirklich leiden. Gerne lasse ich mich eher treiben.  Ein paar Sachen haben wir uns dennoch angeschaut: 
  • Spanische Reitschule - Will man nicht ein kleines Vermögen in die Eintrittskarte der Abendvorstellung ausgeben, so lohnt sich auf jedenfall ein Besuch der Morgenarbeit mit eventuellem Stallbesuch. 
  • Stephansdom - Das Wahrzeichen von Wien, liebevoll auch „ihren Steffl“ genannt, wird von den Wiener und Wienerinnen regelmäßig besucht. Die Touristen, also wir, sind beeindruckt über den Baustil, Feinheiten und seine Größe.
  • Schloss Schönbrunn - Um hier nicht in den großen Massen der vorfahrenden Busse unterzugehen, rate ich Euch, die Eintrittskarten vorher online zu erwerben. Es gibt verschiedene Touren, die man buchen kann. Es ist eine Leichtigkeit im Anwesen den ganzen Tag zu verbringen. Reist Ihr mit Kinder so kann ich Euch den Irrgarten sehr empfehlen.
  • NUMOK - Das Museum Moderner Kunst findet man im Museumsquartier. Der Vorplatz lädt in der Mittagssonne zum Verweilen ein. Das Museum selber ist von außen ein auffallendes Gebäude. Wir haben die Ausstellung „Ludwig goes Pop“ angeschaut. Es wurden über 100 Pop Art Werke der Sammlung von dem Industriellenpaar Peter und Irene Ludwig gezeigt. Eine Ausstellung, welche man prima auch mit Kinder besuchen kann. 
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Mobil unterwegs waren wir in Wien mit den öffentlichen Verkehrsmittel, aber auch mit Fahrräder. Die Anmeldung für die Citybikes ist nur mit einer Kreditkarte pro Person/Rad möglich. Nach erfolgreicher Anmeldung kann man an über 120 Stationen Fahrräder ausleihen, dabei ist die 1. Stunde immer gratis und ab der 2. Stunde wird je Stunde 1.- € fällig.
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Letzter Tipp:

Bei einer Radtour durch Wien sind wir auf das Badeschiff am Donaukanal gestoßen.  Es befindet sich dort ein Restaurant, eine Kegelbahn, kleine Mini-Lofts für 4 Personen als Day-Bed, ein Sonnendeck und klar ein Pool. Eine tolle Lokation im Sommer. 


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Wir sind am Ende unserer Reise angekommen. Ich hoffe es hat Euch in Wien gefallen und Ihr bekommt nun große Lust diese zauberhafte Stadt zu besuchen.


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+++INFO+++ Hier findet Ihr alle Beiträge zu Wien: 

Kulinarisch unterwegs in Wien
Wiener Sinnestour
Der Essigpapst Erwin Gegenbauer auf neue Wege
Mitleben erwünscht in den WIENER GÄSTE ZIMMER

Bis bald!


Freitag, 2. Oktober 2015

Mitleben erwünscht in den WIENER GÄSTE ZIMMER // Wiener Woche

Über die Person Erwin Gegenbauer und sein Essig habe ich Euch gestern schon berichtet. Heute zeige ich Euch sein neuestes Projekt.

Bei unserem Rundgang durch die Essigbrauerei gelangten wir in den ersten Stock. Dort baute Erwin Gegenbauer fünf ehemalige Zimmer-Kuchl-Kabinett Wohnungen zu WIENER GÄSTE ZIMMERN um. Beim Umbau wurden die Zimmer ausgehöhlt und Ziegelwände, Dippelbaumdecken und Stahlträger frei gelegt. Die Geschichte des Hauses zeigt sich nun an den roten Ziegelwänden.

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An Material findet man hier hauptsächlich Holz, und zwar das Staffelholz, welches schon im Verkaufsladen zu finden ist, Metall und Stein. Manch einer würde meinen direkt auf einer Baustelle sich wieder zu finden, aber genau diese Rohheit und Rauheit ist gewollt. Es wird sich auf das Wesentliche konzentriert. Es gibt ein Bett aus Staffelholz mit vielen Ablageflächen, Schreibtisch und die Möglichkeit für eine Kindermatratze, einen offenen "Schrank" und ein Bad. Inspiriert von seinen asiatischen Reisen, findet man die typischen Toiletten im Bad vor. Sicherlich wundern sich die Gäste über den fehlenden Abfluss im Waschbecken. Doch dies ist ebenfalls bewusst so gebaut worden. Erwin Gegenbauer will seine Gäste sensibilisieren und veranschaulichen wie viel Wasser "verschwendet" wird.

Erwin Gegenbauer, Essig, Öl, Übernachtung, Wien, Österreich, Urban Erwin Gegenbauer, Essig, Öl, Übernachtung, Wien, Österreich, Urban

Vergeblich sucht man hier nach einem Fernseher. Bringt man es auf den Punkt, so sind "normale" Hotelgäste bei Erwin Gegenbauer nicht so erwünscht. Er begrüsst gerne Genussmenschen, die morgens ihr Frühstücksei selber aus dem Hühnerstall holen, gemeinsam über den Markt schlendern, Obst aus den Garten pflücken, für das Abendessen den Salat aus seinem Urban Garden aus alten Kunststofffässer holen und zusammen in der Betriebsküche wie bei Oma kochen. Auf Schnick Schnack darf gerne verzichtet werden. Miteinander leben auch im Urlaub wird hier sehr begrüsst.

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Für seine Gäste hat Gegenbauer seine private Schwimmhalle mit Sauna geöffnet. Moderne siebziger Jahre erwarten hier die Gäste und wie schon in den Zimmern, findet man hier auch Rohmaterial. Die Wände sind teilweise von der Tapete befreit worden und zeigen so manche Markierungen.

Wenn man sich auf runter hängende Steckdosen, frei laufende Wasserleitungen und den urbanen Stil einlassen kann, erlebt Ihr hier sicherlich unvergessliche und einzigartige Momente. Gebucht werden kann unter rooms@gegenbauer.at 

+++INFO+++ Das grosse Finale mit Naschmarkt, Einkaufen und Kultur gibt es hier morgen. 

Bis bald!


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Der Essigpapst Erwin Gegenbauer auf neue Wege // Wiener Woche

Angekommen, wir stehen vor einem unscheinbaren Familienhaus in Wien. Ungläubig schauen wir uns an und haben Zweifel hier richtig zu sein. Bis wir eine neue Glasfront mit einer Eingangstür entdecken. Die Handwerker haben gerade ihre Arbeiten abgeschlossen und im inneren wird kräftig gereinigt und eingeräumt. Noch ist nicht alles fertig, jedoch soll es ja auch ein Softopening geben. Ich stehe kaum ein paar Sekunden im Laden und fühle mich sofort wohl. Ich kann es kaum erwarten alles zu entdecken und hatte zu diesem Zeitpunkt keinen blassen Schimmer wie viel es sein wird. 

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Wir schauen uns im Laden um, die Regale sind aus Staffelholz gebaut worden. Hier wird zukünftig das umfassende Sortiment optisch für die Kunden zu sehen sein. Gleich vorne entsteht ein Schreibtisch und zugleich Empfang für zwei Mitarbeiter. Rechts lädt ein grosser Holztisch zum Verweilen ein. Ich bin mir sicher, dass hier nicht nur Geschäfte gemacht werden, sondern gemeinsam gegessen und gefeiert wird. Angrenzend steht eine offene Betriebsküche zur Verfügung. 


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Wir haben einen Termin beim österreichischen Essig- und Bierbauer, Kaffeeröster, Saftproduzent und Ölmüller, besser bekannt als der "Wiener Essigpapst". Sogar Wikipedia hat ihn gelistet. Er selbst tituliert sich als kleinster Essigbauer der Welt. Eigentlich hätte ich ihn nach der Definition von klein fragen sollen. Egal, gemeint ist Erwin Gegenbauer.

Kurz zur Familiengeschichte: Sein Großvater Ignaz Gegenbauer gründete 1929 eine Konservenfabrik. Das Hauptgeschäft war Sauerkraut, Essiggurken und etwas später das Sauergemüse. Im Jahr 1968 hatten die Eltern die 1. vollautomatische Abfüllanlage in Österreich. Gegenbauer übernahm den Betrieb in 3. Generation im Jahr 1992. Den täglichen Preiskampf mit den Grossproduzenten und die verlorene Lebensqualität brachte ihn dazu die Fabrik zu verkaufen. Wie so oft der Zufall im Leben eine Rolle spielt, so führte eine stehengebliebene offene Weinflasche zu seiner neuen Idee.



Wir stehen mittlerweile im Innenhof. Uns steht ein 15 Tonnen schweres Essigfass mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Liter gegenüber. Jeder Essigbauer würde wahrscheinlich so ein Ungetüm entsorgen, nicht aber Gegenbauer. Er war genau auf der Suche nach so einem Buchenspanbildner, um Essig nach alter und längst unwirtschaftlich gewordener Methode herzustellen. Fündig geworden ist er bei der Firma Nagel in Gumpoldskirchen. Der Vorbesitzer wollte dieses Fass entsorgen und bot es nur zum Kauf an mit zwei neuwertigen Fässern. Da es nur im Set zu kaufen war, erwarb Gegenbauer es, behielt aber nur dieses über 80 Jahre alte Fass. Im Rundpumpverfahren werden die etwas günstigere Essige seines Sortiments produziert, da die Lagerzeit etwas verkürzt ist. Die restlichen Essige werden im Submersverfahren hergestellt. Seine Produkte sind naturbelassen und werden nicht pasteurisiert, gefiltert oder gar verdünnt.

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Gegenbauer bietet ein grosses Spektrum an Essige an, man findet bei ihm Balsam-, Bier/Malz-, Frucht-, edelsaure Trink-, Haus- und Weinessige. Wie wäre es z.B. mit Spargelessig, Feigenessig, Tomatenessig, Bouvier Trockenbeerenauslese, Grauburgunder Weissweinessig, etc. Zu seinen Kunden gehören u.a. Gourmet- und Delikatessenläden, wie auch die Köche aus der Sterneküche.

Wir stehen kurze Zeit später in einer seinen Hallen, fast unscheinbar steht dort eine Ölmühle und wir können zu schauen, wie gerade aus Sonnenblumenkernen Öl im gekühlten Pressverfahren gewonnen wird. Der Trester (Abfall) wird an die Hühner zum Futter gegeben. Wir erfahren, das für die Herstellung von 2l Himbeeröl ein Tag benötigt wird und die Entwicklung ganze 8 Jahre gedauert hat.

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Anschliessend schauen wir beim Abfüllen und Verpacken zu, erkunden die Lagerflächen im Keller und erfahren so ganz nebenbei von der eigenen Produktion der Fruchtsäfte und von der Kaffeerösterei.

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Bei einem Glas kräftigem Bier, welches im obergärigen Brauverfahren aus den Urgetreidesorten Emmer und Einkorn vom Gegenbauer selbst gebraut wird (wen sonst!) und im Weinglas serviert wird, erfahren wir noch einiges über sein neustes Projekt. Dazu aber morgen mehr.

Ein paar Tage später besuchten wir noch den Stand von Gegenbauer auf dem Naschmarkt, probierten vor Ort noch einige Öle und Essige und deckten uns mit ein paar Fläschchen ein. Für alle Zuhause gebliebenen bietet der Shop eine schöne Auswahl.

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+++INFO+++ Morgen erzähle ich von den neuen Plänen des Essigpapstes.

Bis bald!


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