VOLLE LOTTE | Food, Wine and Travel Volle Lotte: Stuart Pigott "Ich bin kein Weinpapst und das ist nicht die Bibel"

Freitag, 1. Mai 2015

Stuart Pigott "Ich bin kein Weinpapst und das ist nicht die Bibel"

Wie sonst hätte Stuart Pigott nach der Vorstellung seiner Person durch einen der Veranstalter Das Buch seinen Vortrag auch starten sollen?

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Genau am Sauvignon Blanc Day fand dieser literarischer und zugleich kulinarischer Abend im Michelbacher Schlösschen statt. Nach einem Gläschen EIN GENUSS Riesling Sekt Brut und einer Knusperstange mit Alzenauer Brotgewürz zieht Stuart Pigott einen Vergleich zwischen Sauvignon Blanc und Riesling. Die erste Erwähnung vom Riesling stammt aus dem Jahr 1435 in Rüsselsheim. Den Sauvignon Blanc nannte man erst im Jahr 1973. Insgesamt 22.000 ha Riesling wurde in Deutschland angebaut, das entspricht 22% der Rebfläche. Weltweit sind es 61%. Die größten Erzeuger sind Deutschland, Amerika, Australien und Frankreich. In Deutschland sind die Pfalz, Mosel, Rheinhessen, Rheingau und Württemberg die Weinanbaugebiete mit der größten Rebfläche. Für mich verwunderlich, das Württemberg mit über 2.000 ha hier den fünften Rang belegt. Ich assoziiere dieses Weinanbaugebiet eher mit Lemberger. Laut Pigott ist Württemberg, was den Riesling betrifft, zur Zeit sehr spannend.

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Zu der Person Stuart Pigott 
Der in London geborene Stuart Pigott, studierte ab 1979 Malerei und Kunstgeschichte in London. Während seines Studium kellnerte er in einem Restaurant und erwarb mit gerade 21 Jahren seine erste Weinflasche. Noch heute befinden sich Weine aus dem Jahr 1984 in seinem Keller. Nach seinem Studium wechselte er von London an die Mosel, um sich hauptberuflich dem Thema Wein zu widmen. In den Jahren 2008 und 2009 besuchte er zwei Semester in der Fachhochschule für Weinbau in Geisenheim.

Heute lebt er in Berlin und New York, schreibt Weinbücher und regelmäßige Weinkolumnen für die FAZ, Feinschmecker, Weingourmet, European Fine Wine Magazine International, etc. Der britische Weinkritiker gilt als einer der besten Kenner des deutschen Weins.

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Ich erlebte ihn an diesem Abend sehr unkompliziert. Gerne kommt er in Gespräch mit anderen Leuten. Sicherlich hat er seine Meinung, jedoch hört er sich gerne weitere an, sofern sie gut begründet sind. Seine sympathische und humorvolle Art zieht einen schnell in seinen Bann. Es prasselt viel Wissen auf einen nieder, jedoch hab ich das bisher nicht so unterhaltsam unterrichtet bekommen. Vor der Lesung blätterte er in seinem Buch Wilder Wein* , welches ein Teil der Bücherausstellung war, lachte laut auf und behauptet es sei bisher sein bestes Buch.

Zu seinem Buch "Planet Riesling" 
Sein neues Werk bezieht sich nur auf eine Rebsorte - RIESLING. Stuart Pigott machte sich selbst auf den Weg zu den großen Riesling-Anbaugebieten der Welt. Seine Reise führte ihn von Nordamerika und Kalifornien, nach Australien, Neuseeland und Südamerika bis nach Ungarn, Norditalien und klar auch nach Deutschland. Er schaute bei den weltbesten Riesling-Winzern vorbei, berichtet von unterschiedlichen Begegnungen mit Sommeliers, hält einige Weingeschichten und Erlebnisse bei Verkostungen fest und stellt teilweise unbekannte Zahlen und Fakten zur Verfügung. Das alles so unterhaltsam und gut verständlich, das man total vergisst, das man ein Weinratgeber in den Händen hält.

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Pigott hat in diesem Buch Kasten angelegt. Ein Kasten steht für Grundlagenforschung. Seiner Meinung nach muss man erst das Dribbeln lernen, bevor man ans Tore schießen denken kann. Hier ist Basiskenntnis gemeint, welches immer wieder im Buch erklärt wird. Den zweiten Kasten nutzt Pigott an passenden Stellen für Statistik. Nie gehörte Zahlen und Fakten werden hier offen gelegt und bringen manches <<Ohhhh>> hervor.

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Im letzten Kapitel findet man Stuart Pigott Top 20 für jeweils trockene, feinherbe, zartsüße und süße Rieslinge, sowie die Riesling-Blade Runner.

Für alle Liebhaber dieser Rebsorte kann ich das Buch Planet Riesling: Weißwein der Spitzenklasse*, welches im Tre Torri Verlag erschienen ist, sehr empfehlen. Man lernt von der Pike auf, erfährt unheimliche tolle Geschichten rund um den Riesling und entdeckt einiges Unbekannte.

Zum Abend 
Das BuchEin Genuss, die Weingüter Heilmann und Höfler sorgten zusammen mit Stuart Pigott für ein rundum gelungener Abend.

Nach der Buchvorstellung erfolgte die Verkostung mit kurzer Notiz von Pigott über folgende fränkische Weine begleitet mit feinen kulinarischen Tapas:

2014er Michelbacher Apostelgarten "Heilmännchen" Riesling Kabinett trocken 
Rosa gebratenes Roastbeef auf Radieschen Chutney 

Verkostungsnotiz: Filigran, leicht, erfrischend, eine betonte Säure, feine Kräuteraromen und hochwertige Mineralien. Wein von 30 Jahre alte Reben. 

***

2012er Apostelgarten Riesling VDP Grosse Lage 
Camembert auf Pumpernickel mit Alzenauer Feigensenf 

Verkostungsnotiz: Voluminös, kräftig am Anfang, eine tiefe, dunkle Seite, so Pigott. Würzige Rieslingsnote, am Gaumen feinmineralische Balance dabei druckvoll und nachhaltig. Im Mund leicht süßliche, geradlinige Frucht mit Zitrus- und Kernobstaromen, pflanzliche und erdig-mineralische Noten. 

***

2014er Michelbacher Apostelgarten "Götter-Riesling" Riesling Spätlese 
Gebeizter Lachs auf Weißbrot & Dill-Sahnemeerettich 

Verkostungsnotiz: Nicht ganz trocken. Sehr mutig und witzig. Ein feiner, junger Wein mit strahlender Frische. Sehr intensiv. Grandiose Fruchtaromen.

***

2011er Michelbacher Apostelgarten Riesling Beerenauslese 
Panna Cotta mit Beerenpüree 

Verkostungsnotiz: Kräuterige und mineralische Ansätze, Süße, etwas würzige Frucht im Mund, gewisse Kandis- und Karameltöne, feine Säure, gute Nachhaltigkeit am Gaumen, hat Grip, harmonisch, sehr guter Abgang mit mineralischen Tönen.

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Fazit: Stuart Pigott sollte man erlebt haben. Das Weingut Höfler und Ein Genuss werde ich mir in naher Zukunft mal genauer anschauen und Euch darüber berichten. Das Buch, auch wenn es nicht die Bibel ist, sollte man sich kaufen oder schenken lassen. Ein Satz noch von Pigott: 


Lokal trinken - Global denken 

Netterweise wurde mir das Buch für meine Rezension vom Tre Torri Verlag  kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Ein Genuss für die Einladung. Der Text wurde von mir selber verfasst und gibt meine eigene Meinung wieder.
*Affiliate-Link
Bis bald!


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